Barrierefreiheit beginnt im Kopf

von ABS-ZsL (Kommentare: 0)

Gestern fand in der Diakonischen Beratungsstelle "Kompass" zum ersten Mal das von unserer Mitarbeiterin Britta Schade mit-initiierte "Cafe Mobil" statt. Ina Schäfer von der Stuttgarter Zeitung war vor Ort und berichtet in einem heute erschienen Artikel darüber:

Barrierefreiheit beginnt im Kopf

Initiative Beim Cafe Mobil sind Mitarbeiter von Beratungsstellen und Menschen mit Behinderung ins Gespräch gekommen. Von lna Schäfer

Barrierefreiheit bedeutet viel mehr als die Existenz von Aufzügen und Rampen. "Barrieren können auch im Kopf vorhanden sein", sagt Britta Schade. Gemeinsam mit anderen Menschen mit und ohne Behinderung hat sie sich am Donnerstag zum ersten Cafe Mobil in der diakomsehen Beratungsstelle "Kompass" getroffen. In regelmäßigen Abständen sollen sich dort zukünftig Mitarbeiter von Fachberatungsstellen und Einrichtungen der Behindertenhilfe, Politiker und Menschen mit Behinderung selbst zum Austausch treffen. "Wir möchten mit Entscheidungsträgern in Kontakt kommen und unsere Anliegen vorbringen", sagt Schade. Gleichzeitig werde diesen die Möglichkeit geboten, mit Betroffenen zu sprechen - ein Konzept, von dem beide Seiten profitieren können.

Die Initiative ist aus dem runden Tisch "Unterstützungs- und Präventionsangebote gegen (sexualisierte) Gewalt an Menschen mit Behinderung" entstanden. Schade ist als Psychologin im Zentrum selbstbestimmtes Leben und durch ihren Rollstuhl doppelt von der Thematik betroffen. "Es gibt in Stuttgart viel zu tun", sagt sie. Etwa vermisse sie einen Stadtplan, wie ihn andere Städte der gleichen Größenordnung schon haben, in dem barrierefreie Einrichtungen wie Arztpraxen, Beratungsstellen aber auch Restaurants verzeichnet sind. Orte, die von der Politik häufig vernachlässigt würden, wenn es um Barrierefreiheit gehe. "Das ist von Entscheidungsträgern sicher nicht beabsichtigt. Sie kennen die Probleme einfach nicht", sagt die Leiterin von Pro Familia, Marion Janke.

Und dabei gehe es um ganz unterschiedliche Bedürfnisse- Menschen mit Sehbehinderung seien mit anderen Problemen konfrontiert wie Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind. Dani Indlekofer etwa ist kleinwüchsig und erzählt im Cafe von einem Besuch beim Logopäden, an dessen Türklingel ihre Arme nicht gereicht haben. "Die haben den Knopf so hoch gehängt, damit Kinder keine Klingelstreiche machen können", sagt sie. Menschen mit Behinderung bräuchten im Alltag Improvisationstalent und vor allem Selbstbewusstsein. Auf solche Fälle soll das Cafe zukünftig aufmerksam machen - auch wenn beim ersten Termin lediglich Betroffene und Mitarbeiter von Beratungsstellen anwesend waren. Der nächste Termin soll im Januar beim Schwerhörigenverein stattfinden. Cafe Mobil steht für Barrierefreiheit, aber auch für die wechselnden Orte der Veranstaltung. Die Organisatoren hoffen nun, beim nächsten Mal Politiker begrüßen zu können.

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